Befederte Dichtsysteme für Flansche

Problembeschreibung

 

Alle Flanschverbindungen sind Setzerscheinungen unterworfen. Das bedeutet, daß die Dichtkräfte unabhängig vom Dichtungskonzept über die Betriebsdauer geringer werden. Die allgemein übliche Reaktion auf Setzerscheinungen ist, die Dichtkraft im Einbauzustand so hoch anzusetzen, daß der Kraftabfall über die Lebensdauer geringer ist als der Kraftüberschuß.

 

Dichtsysteme mit häufig wechselnden Betriebsbedingungen, insbesondere schnellen Temperaturwechseln, und Dichtsysteme, die mechanisch belastet werden wie z.B. durch Vibrationen oder Druckstöße, können Setzerscheinungen oder den Kraftabfall in Zwischenzuständen nur bis zu einem bestimmten Punkt über den Kraftüberschuß ausgleichen. In diesem Fall kann die Mindestdichtkraft über eine Zusatzbefederung aufrecht erhalten werden. Diese Befederung reagiert bei Setzerscheinungen, indem sie den Volumenverlust oder den Kraftabfall durch Nachdrücken weitgehend ausgleicht. 

Anforderungen an eine Umrüstung

  •  Unterstützung der für den statischen Zustand ausgelegten Ausrüstung
  • Ausgleich von Setzerscheinungen
  • Lebensdauer >6 Jahre
  • vorgeprüfte Dokumentation

 

Lösungsansätze

  •  Berechnung der erforderlichen Eigenelastizität der gesamten Dichtverbindung
  • Risikoabschätzung für Leckage aufgrund der Berechnungsergebnisse
  • Auswahl des erforderlichen Befederungsmaterials

Auslegungsgrenzen

  •  Auslegungsdruck: bis ca. 400 bar
  • Auslegungstemperatur: von ca. -200°C bis ca. +900°C
  • Dichtungsdurchmesser: bis ca. 8 Meter
  • Schraubengröße: bis ca. M110